Küstenlandschaft mit Mole und bewegtem Meer, Blick in die Weite

Wechseljahre – ein Prozess, der schon lange läuft

Kein klarer Anfang

Wenn ich heute über die Wechseljahre schreibe, dann nicht, weil sie plötzlich da sind oder weil es einen klaren Anfang gegeben hätte. Genau das ist es nämlich nicht. Es gab keinen Moment, an dem ich gesagt hätte: Jetzt bin ich in den Wechseljahren. Vielmehr ist es ein Prozess, der sich über eine lange Zeit entwickelt hat und den ich erst rückblickend als solchen erkenne.

Der Zyklus als frühes Zeichen

Die ersten Veränderungen haben sich über meinen Zyklus gezeigt. Mein Normal war immer zwischen 24 und 32 Tagen, dann vergrößerten sich die Abstände und die Blutungen blieben über mehrere Zyklen hinweg aus. 119 Tage waren bislang die längste Zeitspanne bei mir. Das ist nichts, was ich dramatisieren würde. Es ist einfach eine Beobachtung, etwas, das sich verändert, ohne dass es sofort eingeordnet werden müsste. Mein Körper hat sich schon früher bewegt, nur eben leise.

Wenn Hitze dazukommt

Inzwischen ist eine weitere Erfahrung dazugekommen: Hitzewallungen. Ich dachte bislang, ich würde davon verschont bleiben – weit gefehlt. Und auch hier gibt es kein klares Muster, keinen festen Zeitpunkt und keine eindeutige Zuordnung. Sie treten nicht nur nachts auf, wie es oft beschrieben wird, sondern auch tagsüber, mitten im Alltag. Ein Hitzeschub kommt, ist intensiv, aber meist kurz, und geht wieder. Ohne Ankündigung, ohne dass ich genau sagen könnte, warum gerade jetzt.

Nachts damit umgehen

Nachts erlebe ich es nicht grundsätzlich anders, nur ruhiger. Ich wache auf, merke die Wärme, decke mich auf, atme ruhig und decke mich wieder zu, wenn es kühler wird. Ich kämpfe nicht dagegen an und versuche nicht, meinen Körper zu kontrollieren oder in ein bestimmtes Verhalten zu zwingen. Für mich fühlt es sich stimmiger an, mit dem zu gehen, was gerade da ist, statt es wegzudrücken oder zu problematisieren.

Kein Neubeginn, sondern Fortsetzung

Die Hitze empfinde ich nicht als Beginn von etwas Neuem, sondern eher als eine weitere Ausdrucksform desselben Prozesses, der schon länger läuft. So wie sich mein Zyklus verändert hat, zeigt sich der Wandel jetzt auf einer anderen Ebene. Deutlicher vielleicht, körperlicher, aber nicht grundsätzlich anders. Es ist kein Bruch, keine Zäsur, sondern eine Fortsetzung.

Wechseljahre als Übergang

Ich erlebe die Wechseljahre nicht als Krankheit und auch nicht als etwas, das „behoben“ werden müsste. Für mich sind sie ein Übergang, der weder linear noch planbar ist. Vieles wird erst im Rückblick verständlich, manches vielleicht auch gar nicht vollständig. Und auch das darf so sein.

Mein Umgang damit

Was sich verändert hat, ist mein Umgang damit. Ich beobachte genauer, ich höre mehr hin und ich versuche weniger zu bewerten. Nicht, um alles richtig zu machen oder zu optimieren, sondern um in Kontakt zu bleiben – mit mir selbst und mit meinem Körper. Auch dann, wenn es unbequem wird, auch dann, wenn es warm wird, auch dann, wenn ich noch keine klare Erklärung dafür habe.

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