Die ersten Wochen – ein Ankommen ohne Startpunkt
Die ersten Wochen in Portugal fühlten sich nicht an wie ein Startpunkt. Eher wie ein vorsichtiges Ankommen. Nicht im Außen, sondern in mir. Es gab keinen Plan, keinen Moment, in dem klar gewesen wäre: So ist es jetzt. Die Tage waren einfach da, langsasmer als zuvor, weniger gefüllt, und ichh hatte Zeit zu beobachten, was sich in mir sortiert und was nochkeinen Namen hat.
Weihnachten ohne vertraute Rituale
Weihnachten war anders als all die Jahr zuvor. Wir haben es zu zweit verbracht, ohne festen Ablauf, ohne die vertrauten Rituale. Statt Kartoffelsalat, Würstchen oder Ente mit Klößen gab es Bolognese-Nudeln. Es war ruhig und unaufgeregt. Und genau darin lag etwas Ehrliches. Wir haben uns über die Weihnachtsgeschenke meiner Schwiegermutter gefreut – jeder ein Buch – und dieser kleine unspektakuläre Moment passte erstaunlich gut zu dieser Zeit.
Erinnerungen an frühere Weihnachtsformen
In Berlin hatte Weinhachten für mich lange etwas sehr Verlässliches. Wir waren meist bei meiner Schwiegermutter, ganz in Familie, manchmal mit Kirchgang, immer mit den gleichen Gerichten, die einfach dazugehört haben. In den letzten Jahren sind wir danach oft verreist, aber der Kern blieb. Noch weiter zurück, in meiner Kindheit, war Weihnachten ein großes Familientreffen im Elternhaus. Großeltern, Tanten, Onkel. Am ersten Feiertag die Familie meiner Mutter, am Zweiten die meines Vaters. Mit den Jahren wurde ds weniger, bis es irgendwann ganz verschwunden ist. Ich habe das vermisst und es in Berlin umso mehr genossen, wieder Teil dieses familiären Rahmens zu sein.
Und nun Portugal. Kein Ersatz für das, was war. Kein Versuch, etwas nachzustellen. Sondern einfach eine andere Form und ohne Vergleich. Ohne Anspruch, dass es sich „richtig“ anfühlen muss.
Ein Jahreswechsel ohne Anspruch
Auch der Jahreswechsel kam ohne große Erwartungen. Es gab kein Bedürfnis nach Rückblicken oder Vorsätzen. Ich wollte nichts festlegen, nichts abschließen. Silvester und Neujahr gingen fast unbemerkt ineinander über. Nicht spektakulär, aber stimmig. Eher ein leises Weitergehen als ein Neubeginn.

Besuch aus dem Inner Circle – Teilen des Jetzt
Diesen Jahreswechels hat eine Freundin aus dem Inner Circle uns hier besucht. Es ist keine Verbindung aus früheren Lebensphasen, sondern jemand aus dem Jetzt.
Zum ersten Mal allein unterwegs
Für sie war es das erste Mal, allein unterwegs zu sein. Bisher hatte sie ihren Jahresübergang immer gemeinsam mit einer Freundin verbracht, dieses Mal wollte sie weg. Abstand gewinnen, etwas anderes erleben. Ihr Besuch hat dem Alltag eine neue Erdung gegeben. Zu teilen, wie wir hier leben, wie sich diese Zeit anfühlt, hat mir gezeigt, dass ich nicht nur probeweise hier bin. Es ist kein Übergang, den ich überbrücke. Es ist ein Abschnitt, den ich gerade lebe.

Kein Fazit, sondern ein offener Raum
Ich weiß noch nicht, was aus all dem entsteht. Ich kann noch nicht sagen, was bleibt und was sich weiter verändern wird. Aber ich merke, dass ich weniger brauche, als ich dachte. Weniger Rituale, weniger äußere Markierungen. Es geht gerade nicht darum, etwas zu ersetzen oder neu zu definieren. Vielleicht geht es einfach darum, da zu sein und wahrzunehmen, was sich zeigt.
Portugal fühlt sich nicht wie ein Ziel an. Eher wie ein Raum. Und ich lasse mir Zeit, ihn zu betreten.

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